Kultur­geschichte

Es gibt keine Kultur in Enontekiö ohne die Natur in Enontekiö. Die Naturalwirtschaft und die Nomadenkultur sind auch heute noch im täglichen Leben zu sehen.

Die ersten Rentiere in Enontekiö

Enontekiö war schon in der frühen Steinzeit vor 8000 Jahren besiedelt. Die ersten Menschen in Enontekiö lebten von der Jagd und vom Fischen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Rentierzucht zu einem wichtigen Erwerbszweig. Das Rentier ist ein halbzahmes arktisches Herdentier, das auf der Suche nach Nahrung umherwandert. Die Rentierzüchter führten ein Nomadenleben und folgten den Rentierherden. Anderswo in Lappland ist die nomadische Lebensweise verschwunden, aber in Enontekiö ist sie noch am Leben.

Die Rentierzüchter in Enontekiö besitzen 20 000 Rentiere

Die Rentierzucht ist immer noch ein wichtiger Erwerbszweig für uns. Es gibt circa 20 000 Rentiere. Die Rentiere leben frei in der Natur, aber jedes Tier hat einen Besitzer, der aus einer Ohrmarke hervorgeht. Eine Rentierherde zu lenken, zum Beispiel, um im Sommer die neuen Kälber mit Ohrmarken zu versehen, erfordert ein gutes Verständnis der Natur und des Rentiers. Dieses Können wird von einer Generation an die nächste weiteregegeben. Heutzutage wird auf die moderne Technologie – vom Motorschlitten bis zur GPS-Ortung – zurückgegriffen, um den Alltag des Rentierzüchters zu erleichtern.

Wie wichtig das Rentier ist, ist auch in den Handarbeiten zu sehen. Seit der Mensch begonnen hat, Rentiere zu züchten, sind aus dem Geweih und den Knochen der Rentiere Gebrauchsgegenstände und Schmuck hergestellt worden. Auch heute noch werden aus gegerbtem Rentierleder, dem Sisna, verschiedene Kleidungsstücke, Taschen, Beutel und Schuhe hergestellt. Traditionell wird das Sisna in Weidenrinde gegerbt, wodurch es seine schöne, hellbraune Farbe erhält. Durch die lange Bearbeitung wird das Leder angenehm weich. Das Rentier ist auch eine Inspirationsquelle für die Handarbeiten, entweder als Motiv oder inspiriert von seinen Eigenschaften.

 

Versorgt von der Natur

Die Naturalwirtschaft – Jagen, Fischen und Beerensammeln – ist auch heute noch ein Teil unserer Existenz. Besonders die Moltebeere und das Schneehuhn sind beliebte Produkte aus Lappland, durch die die Bewohner von Enontekiö ein wenig zusätzliches Einkommen erhalten. Die Beeren, Kräuter und Pflanzen reifen in Lappland in arktischen Verhältnissen und unter der Mitternachtssonne heran und strotzen daher nur so vor Nährstoffen.